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„Estelle, kannst du bitte mal mitkommen?“, fragte Mary, als sie in Estelles Zimmer getreten war. „Ja klar, aber du musst mir erst deine Meinung sagen: creme, weiß oder silber?“, fragte Estelle und hielt sich verschiedene Stoffetzen neben ihr Gesicht. „Ich glaube creme macht mich zu blass, oder?“ „Ich finde das silber hübsch, aber ich glaube das ist gerade nicht so wichtig. Aereen ist wieder da und ihr geht es nicht gut!“ „Warum sagst du das nicht gleich!“, antwortete Estelle aufgeregt und huschte sofort an Mary vorbei. Eilig stürmte sie die Treppe hinunter in die Küche wo sie Lily und Alex mit großen Augen ansah. „Wo ist sie denn?“, fragte sie aufgeregt. „Im Wohnzimmer, aber bitte erschreck dich nicht - sie ist total runtergekommen. Wahrscheinlich schläft sie noch!“ Ernüchtert ging Estelle ins Wohnzimmer – Alex hatte die Vorhänge zugezogen und Aereen und ein fremder Junge schliefen. Doch als sich Estelle neben Aereen setzte und ihr fürsorglich über den Kopf strich, war ihre Freundin sofort hellwach und rappelte sich unbeholfen auf. „Aereen ich bins nur!“, flüsterte Estelle, doch Aereen sah sie nur ängstlich an. „Komm ich bring dich nach oben in dein Zimmer, dort hast du deine Ruhe!“, schlug Estelle vor und hielt ihr die Hand entgegen, doch Aereen machte keine Anstalten darauf einzugehen. „Ok, dann nicht… soll ich dir etwas bringen? Klamotten? Oder willst du etwas essen?“, fragte Estelle, doch Aereen schien gar nicht zu hören, was sie sagte. „Na ok, ich lass dich mal in Ruhe, schlaf dich aus und wenn du etwas brauchst, dann komm einfach zu mir!“, sagte Estelle und versuchte zu Lächeln. Als sie das Wohnzimmer allerdings verlassen hatte, konnte sie ihr Lächeln nicht mehr aufrechterhalten und begann zu schluchzen. „Spricht sie mit dir auch nicht?“, fragte Alex und Estelle schüttelte nur den Kopf. „Kein Wort – Was ist denn mit ihr los? Das ist doch nicht Aereen… das ist jemand der aussieht wie Aereen… ach nicht mal das…!“ „Lass sie sich erst einmal ausruhen… sie war sehr erschöpft, vielleicht hat sie einfach noch keine Kraft zu reden!“, sagte Alex und Estelle nickte nur stumm. „Bitte sagt den anderen nichts davon – ich glaube Aereen würde nicht wollen, dass alle sie so sehen… !“ „Na aber die anderen werden doch sicher nach ihr fragen!“, antwortete Alex und Estelle sah sie zornig an: „Na du hast es ja auch fertig gebracht deinem Freund nichts von deinen Adoptionsplänen zu erzählen, dann wirst du es ja bei so einer Unwichtigkeit auch schaffen!“
Natürlich konnten die vier nicht verheimlichen dass Aereen wieder da war, allerdings wachte Estelle vor dem Wohnzimmer wie eine Löwin um Aereen und den bis dato noch unbekannten Jungen von den anderen abzuschirmen. „Und wie geht es ihr?“, fragte Saira die genau wie Estelle sehr besorgt um ihre Freundin war. „Sie hat mich bis jetzt nur nach Phönix gefragt… jedesmal wenn ich reinkomme und sie sieht dass es nur ich bin, sieht sie mich an als wäre ich die Pest!“ „Bei mir war es genauso… sie tut mir so Leid… hoffentlich kommt Phönix bald zurück..!“ „Der Penner soll gefälligst schauen, dass er seinen Arsch hierher schwingt… gurkt mit der rothaarigen Schlampe in irgendnem Hotel rum, und Aereen sitzt da drin wie ein Häufchen Elend!“ „Sie wollten ja heute noch zurückkommen… Aereen kennt Phönix einfach schon viel länger als uns!“ „Ja ist ja schon ok – ich reg mich schon wieder viel zu sehr auf… !“ „Du kannst auch ein bisschen spazieren gehen wenn du magst, ich pass währenddessen hier auf – ich lass auch niemanden rein – versprochen!“, sagte Saira doch Estelle schüttelte nur den Kopf. „Schon ok – ich lenk mich einfach mit meinen Hochzeitsplanungen ab, das hat die letzten Wochen auch gut funktioniert, schau mal, findest du das schön oder das?“, fragte sie und hielt Saira die Stofffetzen unter die Nase. „Ich finde die Kombination aus weiß und silber ganz hübsch!“, antwortete diese lächelnd. „Mh… irgendwie hast du recht… vielleicht das silber als rockteil… das war doch gerade die Haustür oder?“, unterbrach sie ihren Satz und lauschte. Auch Lily kam aus der Küche – scheinbar hatte sie sich genau wie Estelle und Saira auf die Lauer gelegt. „Also wenn du vorhast Phönix wegen dieser Sache mit deiner Schwester anzuschreien, musst du dir das leider für später aufheben, er muss jetzt erst mal zu Aereen!“, sagte Estelle bestimmt. „Keine Sorge, erstmal schrei ich meine Schwester an, dann werde ich ihr sagen, dass Aereen wieder da ist und dann wird es nicht lange dauern und sie wird Phönix selbst anschreien!“ „Ein Paradebeispiel für passive Aggressivität! Da sind sie ja schon!“ „Oh oh!“, sagte Hannah, als sie Estelle und Lily entgegenkommen sah. „Na Madame, wie war der Urlaub? Sicherlich hast du mir einiges zu erzählen!“, sagte Lily sarkastisch und zog ihre Schwester mit sich. „Ist ja schon gut – ich freue mich auch dich zu sehen!“, antwortete Hannah kichernd und lief brav hinter ihrer Schwester her. „Sag mal warum lügst du mich so an? Ich bin deine große Schwester ich versuche nur auf dich aufzupassen und du tust wirklich alles um mir zu zeigen, dass das verdammt nötig ist!“, sagte Lily aufgebracht, als sie in ihrem Zimmer waren. „Oh Mann Lily, komm mal runter – du willst nicht auf mich aufpassen du willst mich kontrollieren. Das ist ein klitze-kleiner Unterschied!“ „Das ist doch totaler Blödsinn!“ „Also die letzten Jahre habe ich auch ganz gut ohne dich bewältigt!“, wehrte sich Hannah. „Achja? Schau dich doch mal an – du siehst aus wie der letzte Assi mit deinen ganzen Tattoos – und den passenden Kerl hast du dir auch gleich dazu gesucht! Hast du schonmal daran gedacht was unsere Eltern dazugesagt hätten? Die wären bestimmt begeistert gewesen!“, schrie Lily ihre kleine Schwester an. „Hey komm mir jetzt blos nicht so ok – ich glaube eine lesbische Tochter stand auch nicht gerade auf Platz1 ihrer Wunschliste. Du bist so spießig Lily, dabei müsstest du doch selbst wissen wie es ist ein klein wenig anders zu sein, als der Rest. Hier fällt dir das wahrscheinlich nicht mehr auf, weil es für alle normal ist dass du lesbisch bist. Aber für mich war es zu Anfang eine ganz schön Überraschung. Allerdings akzeptiere ich es, weil ich sehe dass du mit Mary glücklich bist. Warum kannst Du das also nicht?“, antwortete Hannah lauthals und Lily verdrehte die Augen. „Ich brauch mit dir doch gar nicht darüber zu diskutieren. Du solltest nur wissen, dass Aereen wieder da ist – von daher solltest du dich schonmal damit anfreunden, dass du für Phönix bald nur noch Luft bist – davor wollt ich dich eigentlich beschützen, aber wie sagt man – wer nicht hört muss fühlen!“, sagte Lily schnippisch und Hannah sah sie zweifelnd an: „Vielen Dank dass du mir diese Info so schonend beigebracht hast. Du bist wirklich unmöglich Lily - der Urlaub war übrigens toll – danke der Nachfrage!“
„Hörst du was?“, fragte Saira und Estelle die an der Wohnzimmertür klebte, schüttelte den Kopf. „Also entweder ist er wahnsinnig geduldig oder sie spricht tatsächlich mit ihm! Oh warte jetzt tut sich was!“, sagte Estelle und sprang von der Tür weg als sie Schritte wahr nahm. Tatsächlich hatte sich Aereen scheinbar dazu bewegen lassen, dass Wohnzimmer zu verlassen, doch sie würdigte Saira und Estelle keines Blickes, sondern ging nur schnurstracks nach oben in ihr Zimmer. „Hat sie was gesagt?“, fragte Estelle gespannt. „Kein einziges Wort!“, antwortete Phönix während er Aereen hinterherblickte. „Weißt du was sie hat?“, fragte Saira und Phönix sah sie genervt an: „Wie gesagt, sie hat nicht mit mir gesprochen und hellsehen kann ich leider nicht – von daher weiß ich nicht was sie hat!“ „War ja nur ne Frage!“, sagte Saira kleinlaut und Estelle zuckte nur mit den Schultern: „Irgendwann wird sie schon mit uns reden, ich geh nach oben, vielleicht kann ich sie überzeugen sich wenigstens umzuziehen und sich zu baden, sie sieht aus wie der letzte Penner!“ „Wer ist eigentlich der Typ da drin?“, fragte Phönix bevor Estelle verschwunden war. „Keine Ahnung – vielleicht ihr neuer Lover!“, antwortete sie provokant und zog dann von Tannen. „Du darfst es ihr nicht übel nehmen, sie hat so lange auf Aereen gewartet und jetzt ist sie da und sie hat es sich einfach anders vorgestellt!“ „Tu ich gar nicht, ich glaube das hat keiner von uns erwartet – vielleicht hilfst du Estelle besser und wenn ihr Hilfe braucht meldet euch einfach. Ich will nur kurz Sunny Hallo sagen!“, antwortete Phönix ernst.
„Und wie geht es Aereen?“, fragte Jake seine Frau, als diese am Abend zu ihm ins Bett gekrochen kam, doch Estelle suchte vergeblich nach den richtigen Worten. „Ist schon gut, du brauchst nicht darüber reden, wenn du nicht willst!“, sagte Jake und nahm sie in den Arm. „Doch…. es ist nur so schockierend… es ist so… wir haben sie vorhin gebadet, sie sieht furchtbar aus – sie hat überall Narben und blaue Flecke – ich will mir gar nicht vorstellen, was ihr passiert ist. Sie tut mir so Leid und ich würde ihr gerne helfen, aber sie lässt es einfach nicht zu… sie hat sogar vor mir Angst, dabei war ich doch ihre beste Freundin!“, sagte Estelle und starrte an die Decke. „Du bist immer noch ihre beste Freundin, sie muss nur wieder Vertrauen gewinnen – sei ein wenig geduldig!“ „Geduld ist nicht gerade meine Stärke… ich hoffe Phönix hat da einen längeren Atem, ihn nimmt Aereen ja zumindest wahr!“ „Das wundert mich nicht, die beiden kennen sich schon ewig… wenn einer von ihnen Probleme hatte, waren sie schon immer füreinander da, selbst wenn sie nicht zusammenwaren. Komm, versuch ein bisschen zu schlafen – Aereen fängt sich schon wieder und dann holen wir unsere Hochzeit nach!“
„Na bist du bereit?“, fragte Zoe und Alex sah sie nervös an. „Naja, geht so – ich hab heute Nacht kaum geschlafen!“ „Ach gewöhn dich besser dran, wenn Pi erstmal da ist, dann wirst du eh wenig Schlaf bekommen!“, antwortete Zoe lachend und Alex schob den leeren Kinderwagen den Weg entlang. „Hast du eigentlich nochmal mit Justin gesprochen?“ „Nein, hab ich nicht – er ist immer noch sauer auf mich. Ich glaube wenn die kleine da ist, wird es noch schlimmer!“ „Vielleicht findet er ja aber auch gefallen an der kleinen – sie sieht ja schon auf dem Bild so süß aus!“ „Naja, ich weiß nicht…. ich glaube davon lässt er sich nicht überzeugen. Egal – wie kommst du mit Joker zu Recht?“ „Nicht gut… wie zu erwarten. Es tut mir ja auch Leid, es gab ja keinen Auslöser warum ich mich von ihm getrennt habe, wir haben uns ja total gut verstanden, aber es war einfach keine Liebe mehr da… zumindest von meiner Seite. Er ist mir ja trotzdem noch wichtig!“ „Geht mir mit Justin genauso…aber mein Wunsch nach einem Baby war einfach zu stark und da er das so konkret ausgeschlossen hat, hätte unsere Beziehung eh keine Chance gehabt!“ „Und dass wir alle zusammen wohnen macht das Ganze auch nicht gerade leichter. Zum Glück ist Pi noch so klein, dann kriegt sie da ganze noch nicht mit. Für Luca ist das schon irgendwie komisch, aber ich weiß nicht wie ich ihm erklären soll, was eigentlich los ist. Er fragt mich nur immer, warum sein Papa jetzt in einem eigenen Zimmer wohnt!“ „Der Arme… aber vielleicht ist es besser dass er noch so klein ist… dann wächst er damit auf. Sunny kommt doch auch damit zu Recht, für sie ist das ganz normal!“ „Ja er wird sich daran gewöhnen, schließlich sieht er seinen Papa ja jeden Tag, das ist mir wichtig und vor dem kleinen ist Joker auch ganz normal zu mir… naja zumindest versucht er es! Achja, die lieben Kindlein…. ich finde es ja klasse wie gut Chris und Bonny das hinkriegen! Das hätte ich wirklich nicht erwartet!“, sagte Zoe und Alex lachte. „Naja, die beiden sind ja so gut wie zusammen. Aber natürlich streiten sie es ab, denn dann müsste Bonny sich ja eingestehen, dass sie Chris toll findet und Chris müsste zugeben, dass er tatsächlich mal was für eine Frau empfindet!“ „Denkst du wirklich? Ich weiß nicht… also wir sprechen schon von unserem Chris oder?“ „Ja klar, ich wette dass die beiden zusammenkommen… so hier müssen wir rechts…. oh Gott ich bin schon so aufgeregt!“
„Oh mein Gott, ist die kleine süß!“, säuselte Mary, als Alex am Nachmittag mit ihrer adoptierten Tochter zuhause im Internat ankam. „Die schwarzen Haare… und so kleine Händchen… welche Nationalität hat sie?“, fragte Mary ohne die Augen von dem Baby zu lassen. „Sie ist Chinesin – und sie war ein Frühchen deshalb ist sie auch noch so klein…!“, sagte Alex stolz und grinste breit. „Na also an Mädels wird es Luca und Logan mal nicht mangeln… !“, lachte Mary und strich der kleinen Pi über die Wangen. „Es ist doch immer wieder erstaunlich wie klein sie doch sind…!“, sagte Zoe und lachend. „Naja, ich werde jetzt mal nach oben gehen, bevor alle zum Essen runterkommen, ich glaube soviel Stress will ich ihr nicht gleich zumuten!“, sagte Alex mit einem Blick auf die Uhr – tatsächlich wollte sie einfach nur vermeiden, dass Justin sie mit der kleinen sah, es war schon so schlimm genug. „Ja ich denke das ist besser! Komm ich helfe dir den Kinderwagen hochzutragen – Darf Sunny mal zu der kleinen? Sie fragt schon den ganzen Tag danach?“, fragte Mary und Alex nickte. „Aber natürlich!“ „Puh – ganz schön schwer das Gefährt!“, stöhnte Mary, als sie oben an der Treppe angelegt waren und den Kinderwagen abstellen konnten. Die kleine Pi hatte ganz ungeniert weitergeschlafen. „Hey Sunny, schau mal wer da ist, deine neue Freundin!“, begrüßte Alex Sunny, als sie mit Pi auf dem Arm ins Kinderzimmer gekommen war. Sunny hatte mit einem Mal ihre Puppen vergessen, sah die kleine Pi mit großen Augen an und strich ihr vorsichtig über den Arm. „So klein warst du auch mal!“, lachte Mary und sah ihre eigene Tochter stolz an. „Sag mal wollte der Papa nicht noch deine Hausaufgaben mit dir machen?“, fragte sie dann grübelnd und Sunny sah sie mit unschuldiger Miene an: „Estelle war vorhin da und hat geweint. Und Papa hat gesagt er muss kurz mit, aber er kommt gleich wieder!“ „Na so ein Pech aber auch, dann musst du wohl mit mir die Hausaufgaben machen!“, sagte Mary und Sunny verdrehte die Augen. „Pi kann wirklich froh sein, dass sie noch so klein ist. Sie muss wenigstens keine Hausaufgaben machen!“
Beim Abendessen, bei dem es sonst immer eher heiter und sehr gesprächig zuging, herrschte an diesem Tag großes Schweigen. Niemand wollte über Aereens Rückkehr sprechen, aber auch niemand wollte über Alexs Adoption sprechen – vor allem Justin saß ziemlich missmutig am Tisch. „Sagt mal was haltet ihr denn davon, wenn wir das schöne Wetter noch nutzen und unten am Strand ein bisschen grillen?“, fragte Kjell in die Runde, doch er erntete nur entsetzte Blicke. „Jetzt seht mich nicht so an – ich dachte wenn ihr schon nicht über die ganzen Dinge reden wollt, wollt ihr euch vielleicht ein wenig ablenken!“, rechtfertigte Kjell sich und Noemi gab ihm Recht. „Ich finde es ne gute Idee – wer nicht will braucht ja nicht zu kommen, aber einfach nur hier rum zu sitzen und zu schweigen ist echt ne scheiß Lösung!“ „Glaubt ihr wir kriegen so nen Grillabend alleine hin? Bis jetzt hat Alex sich immer ums Essen gekümmert, aber ich glaube sie ist momentan …ähm… !“ „Mit ihrem Baby beschäftigt!“, vervollständigte Justin Veds Satz. „Ehrlich ihr braucht mich nicht in Watte zu packen, ich weiß dass sie die kleine heute geholt hat und ich werde ihr zwangsläufig auch mal über den Weg laufen, ihr könnt also aufhören das Thema totzuschweigen!“, redete er weiter, doch Ved war seine Aussage immer noch unangenehm. „Also ich finde die Grillparty ist eine gute Idee!“, stammelte er. „Kann ich auch etwas zu essen haben?“, ertönte plötzlich eine unbekannte heisere Stimme. Der fremde Junge, der bislang nur stumm im Wohnzimmer gesessen hatte, stand geknickt in der Küchentür und sah fragend in die Runde. „Aber ja natürlich, komm setz dich, möchtest du etwas trinken?“, fragte Lisa und bat ihm den Stuhl neben ihr an. „Ja das wäre nett!“, sagte er und setzte sich erschöpft hin. „Ich bin übrigens Tarlo“, fügte er anschließend hinzu. „Oh, hallo Tarlo, willkommen bei uns im Tribe! Ich bin Lisa – und die anderen wirst du mit der Zeit noch kennenlernen!“, sagte sie freundlich, doch sie erhielt von Tarlo nur ein Nicken. Das Essen verlief weiterhin sehr schweigsam und bald waren alle in ihre Zimmer verschwunden. „Ich glaube es war ne blöde Idee das mit der Grillparty vorzuschlagen!“, sagte Noemi kleinlaut während sie mit Hannah den Abwasch erledigte. „Nein, das ist schon in Ordnung – hier ist so ne miese Stimmung, das ist ja nicht zum Aushalten. Die Sache mit Justin und Joker… und mit Aereen… das ist echt komisch hier – wenns jemanden scheiße geht, dann verbreitet sich das über den ganzen Tribe!“ „Wie geht’s dir eigentlich? Wegen Aereen? Hast du schon mal wieder mit Phönix gesprochen?“, fragte Noemi ihre Freundin „Mir geht’s super – jetzt schau mich nicht so an… das mit uns war doch nichts ernstes, das war nur so ne Sache!“ „Ne Sache?“, fragte Noemi skeptisch. „Ja, ne Sache… echt kein Grund auszuflippen… mit mir ist alles gut!“, entgegnete Hannah gut gelaunt.
Die nächsten Tage waren ziemlich verregnet, doch als das Wetter wieder besser wurde, überwindete sich der Tribe doch zu der Grillparty. „Herrje, mache ich das wirklich richtig?“, fragte Leylie unsicher, während sie ziemlich unbeholfen im Salatdressing rührte. „Du sollst es rühren, nicht streicheln!“, lachte Alex, die das Ganze mit Pi auf dem Arm beobachtete. „Hey können wir hier helfen?“, fragte Elmedina, die zusammen mit Sunny in die Küche kam. „Oh ja bitte!“, sagte Bonny dankbar. „Wir brauchen starke Hände, die den Brotteig kneten. Wie wärs mit dir Sunny?“, fragte Alex und Sunny war sofort Feuer und Flamme. So lange sie mit ihrem Händen in irgendetwas rumpanschen konnte, konnte man sie sehr schnell dafür begeistern. „Wow, das hast du sonst immer alles allein gemacht?“, fragte Leylie erschöpft, als sie einige Zeit später am Strand die getane Arbeit bewunderten. „Ach Quatsch, ich hatte doch auch immer Hilfe!“, sagte Alex. „So ab jetzt übernehmen dann wir Männer!“, sagte Chris gut gelaunt und platzierte den Rost auf dem Grill. „Die kleine Pi schläft wohl schon?“, fragte Lisa, die ihre kleine Tochter im Kinderwagen hin und her schob, damit sie ein wenig zur Ruhe kam. „Ja, sie war total müde. War mir aber auch ganz recht… !“, sagte Alex und bemerkte gar nicht dass Justin direkt hinter ihr stand. „Also wenn du die Kleine die ganze Zeit verstecken willst, damit ich sie nicht sehe, dann hättest du dir vielleicht einen Hamster anschaffen sollen!“, sagte er gelassen und Alex fuhr erschrocken herum. „Ich … nein Quatsch, ich verstecke sie doch gar nicht. Ich dachte ja nur dass du sie nicht unbedingt sehen willst, schließlich war sie ja der Grund für unsere Trennung!“, sagte Alex leise, da sie immer noch zwischen den ganzen Mädels standen. „Die kleine war nicht der Grund, das hast ganz alleine du verbockt Alex!“, antwortete Justin gleichgültig und ging dann zu Chris an den Grill. „Ich glaube wir sollten so langsam die Salate fertigmachen!“, unterbrach Alex die Stille, die plötzlich in die kleine Mädelsrunde eingekehrt war. Nach dem Essen wurde es ziemlich schnell kalt und so freuten sich vor allem die Mädchen des Tribes als Sam das Lagerfeuer anzündete.
„Also für dass das euer Tribe ja ach so musikalisch ist, wird hier ziemlich wenig gesungen!“, sagte Kjell angeheitert und stand murrend auf. „Ich hol jetzt meine Klampfe – selbst schuld. Ihr verbreitet alle so scheiß Laune da ist es nur gerecht wenn ihr euch mein Gesinge anhören müsst!“, lachte er. „Du hättest deine Gitarre auch holen können!“, sagte Bonny und sah ihren Bruder auffordernd an. „Hast du etwa Angst dass ich nicht an mir halten kann und meine Hände sonst auf Leo habe?“, flüsterte er ihr zu und Bonny gab ihrem Bruder einen liebevollen Klaps auf den Hinterkopf. „Denk nicht mal dran!“ „Du gönnst mir aber auch gar nichts – wir könnten Pärchenabende machen. Du, ich, Chris und Leo – das wäre doch lustig!“ „Du hast da was vergessen – für Pärchen Abende braucht es Pärchen Bruderherz!“, antwortete Bonny lachend und erschrak als sich plötzlich Chris neben sie setzte. „Logan schläft wieder… das Geschrei nachts hat er sich nur von seiner Schwester abgeschaut!“, verkündete er und Bonny lächelte ihn dankbar an, bevor sie ihre Jacke enger zuzog. „Ich hab mir schon gedacht dass es dich friert, ich hab uns ne Decke mitgebracht!“, sagte Chris und legte Bonny fürsorglich die Decke um die Schultern. „Oh danke, das ist ja nett!“, antwortete sie etwas verdutzt. „Aber so lange will ich eh nicht mehr bleiben – morgen früh um sechs lässt Lynn bestimmt ihren Weckruf ertönen!“ „Na davon kannst du ausgehen. Ich hol uns noch schnell nen Drink und wenn die leer sind dann gehen wir rauf!“, schlug Chris vor und Bonny nickte nur stumm. „Wen meint Chris denn so wenn er von uns spricht?“, fragte Jamie seine Schwester lachend und erntete einen tadelnden Blick. „Er ist einfach nur net, ok?“ „Ja nee, ist klar...!“ Als Bonny und Chris kurze Zeit später gingen, schnappte sich Leo sofort die angewärmte Decke. „Willst du mit drunter?“ „Nee lass mal, danke!“, antwortete Jamie und Leo kicherte. „Also Bonny ist gerade gegangen, du kannst jetzt aufhören mich zu ignorieren!“ „Tu ich doch gar nicht, mich friert nur nicht!“, sagte Jamie grinsend und rutschte zu Leo. „Aber ich setz mich trotzdem neben dich!“
Kjell war inzwischen zu Hochtouren aufgelaufen und sorgte mit seiner Gitarre für gute Stimmung. „Komm Schatz, sing auch mal mit!“, rief er Noemi zu, doch diese verdrehte nur die Augen. „Ich bin nicht dein Schatz! Außerdem kann ich nicht singen!“ Die anderen die noch mit am Lagerfeuer saßen, lachten lauthals. Kjell konnte es einfach nicht lassen Noemi mit dieser Sache aufzuziehen… „Leute, ich glaube ich muss abbrechen!“, sagte er dann und hörte prompt auf zu spielen. „Ach nein, bleib doch noch ein wenig!“, jammerte Leo. „Würde ich ja gerne, aber ich hab nichts mehr zu trinken … ohne Gage kein Gesang!“, lachte Kjell und hielt die leere Flasche hoch. „Na also daran soll es nicht scheitern – ich zieh mich nur schnell wärmer an, dann bring ich noch was mit!“, kicherte Hannah und sprang sofort auf.
„Hey warte mal, willst du auch Getränke holen? Dann kannst Du mir ja was mitbringen!“, rief Hannah und eilte Phönix hinterher, der sich scheinbar kurz vor ihr auf den Weg ins Internat gemacht hatte. „Also eigentlich wollte ich gerade nach Aereen sehen!“, antwortete Phönix und wich Hannahs Blick aus. „Oh, ähm… na dann begleite ich dich einfach nach oben!“, entgegnete Hannah unbeeindruckt und ging eine Weile schweigend neben ihm her. „Mh… also dass wir nie über Aereen gesprochen haben, als sie nicht da war, war schon irgendwie doof, aber vielleicht sollten wir es jetzt tun? Es totzuschweigen war irgendwie nich so der Bringer!“, sagte sie nach ner Weile. „Ich weiß nicht ob das etwas geändert hätte, die Situation ist gerade echt beschissen!“, entgegnete Phönix seufzend. „Ich will eigentlich auch gar nicht drüber sprechen, lass uns über irgendetwas anderes reden!“ „Na gut… ich hab mich mit meiner Schwester gestritten… wir reden momentan nicht miteinander… !“ „Das tut mir Leid!“ „Ach, das wird sich schon wieder geben, spätestens dann wenn sie wieder irgendwas besser weiß und mir die Leviten liest - naja, Lily eben… Big Sister, das war schon immer so. Wie machst du das mit deinem Bruder – ihr streitet euch nie…“ „Wir können uns nicht unbedingt ausstehen, deswegen machen wir uns keine Sorgen umeinander… Lily meint es doch nur gut mit dir… obwohl sie echt wahnsinnig nervt!“, lachte Phönix. „Ja ich weiß, deswegen kann ich ihr auch nicht wirklich böse sein… ähm, wolltest du nicht eigentlich zu Aereen?“, fragte Hannah, nachdem Phönix ihr bis in den Keller gefolgt war. „Estelle ist momentan bei ihr…sie ist bei ihr ganz gut aufgehoben!“
„Sag mal, muss die den Wein erst noch produzieren, wie lange ist Hannah jetzt schon weg?“, fragte Kjell in die Runde. „Sie hat gesagt sie zieht sich schnell noch um…! Bei Hannah im Zusammenhang mit Klamotten und Styling eher relativ…!“, lachte Noemi. „Alles muss man selber machen!“, beschwerte sich Joker – trotz dem ganzen Stress mit Zoe hatten ihn die gemütliche Party und wohl auch der Alkohol tatsächlich ein wenig abgelenkt. Ein wenig schwankend ging er zum Internat und stellte fest, dass die Tür zum Weinkeller sogar noch offen war. „Hannah, bist du da?“, rief er doch anstatt einer Antwort hörte er Hannah nur kichern. „Hannah?“, fragte Joker nochmal und ging um die Ecke die zu dem größeren der beiden Zimmer im Weinkeller führte. „Hier sind wir!“, flötete Hannah und Joker schien etwas überrascht als er neben Hannah auch noch Phönix entdeckte. „Oh, jetzt wird mir so einiges klar!“, lachte Joker und schnappte sich eine Flasche Wein. „Im Weinkeller? Echt jetzt?“, fragte Joker und Hannah sah ihn unschuldig an: „Was meinst du – wir haben uns nur unterhalten!“ „Ja ja natürlich!“, sagte Joker studierte noch ein paar andere Weinflaschen. „Hab ich wieder Lippenstift im ganzen Gesicht kleben?“, fragte Phönix und fuhr sich mit seiner Hand über den Mund. „Nein, ich will ehrlich gesagt auch gar nicht wissen, wo du überall Lippenstift kleben hast. Aber dein Hosentürchen steht offen und Hannah du hast deinen Pullover falschrum an!“, erklärte Joker mit einem triumphierenden Lächeln, bevor er sich kopfschüttelnd umdrehte. „Du solltest mit runterkommen Hannah, die anderen fragen sich schon wo du bleibst! Und ich werde mir sicher keine Ausrede ausdenken, dafür ist die Sache einfach zu witzig!“, lachte Joker. „Ich wollte mich aber noch schnell umziehen… ich bin gleich wieder da!“, antwortete sie und huschte an Joker vorbei nach oben. „Seit wann legst du Teenie-Mädels im Weinkeller flach?“, fragte Joker Phönix lachend. „Ich möchte nicht darüber reden!“, antwortete Phönix sarkastisch. „Ich glaube, ich sollte meine Pre-Zoeische Zeit wieder aufleben lassen…so richtig die Sau rauslassen… und Teenie- Mädels im Weinkeller flach legen!“, grübelte Joker und seufzte. „Naja, ich geh schonmal wieder nach unten, die anderen warten schon sehnsüchtig auf den Wein… sagt Hannah Bescheid sie soll runter kommen!“ „Ähm… es wäre ganz nett, wenn du diese Sache für dich behalten würdest – ich weiß nicht ob ich die nächste Nacht sonst überlebe, oder ob Lily mich sonst im Schlaf vergiftet!“ „Ich sag schon nichts, mach dir mal nich ins Hemd!“, lachte Joker und begab sich wieder zu den anderen.
„Also Jungs, wir gehen jetzt auch nach oben – wir lassen euch jetzt endlich in Ruhe, damit ihr ungestört miteinander rummachen könnt!“, kicherte Hannah, als sie sich gemeinsam mit Noemi von Kjell und Joker verabschiedeten, die noch immer am Lagerfeuer saßen. „Na endlich – ich dachte schon ihr wollt gar nicht mehr gehen!“, scherzte Joker und Kjell warf ihm einen entsetztem Blick zu. „Das war ein Scherz!“, machte Joker ihm klar und Kjell nickte erleichtert. „Bei euch hier kann man ja nie wissen, da geht’s ja drunter und drüber, jeder mit jedem – hin und her!“, lallte er und schenkte sich noch einmal nach. „Ach Quatsch, du übertreibst völlig – wir sind inzwischen alle ruhiger geworden – zum Beispiel Chris.. ehrlich er hat früher alles flach gelegt was nicht bei drei auf den Bäumen war. Und ich war auch nicht besser – bis ich mich von heute auf morgen in Zoe verliebt habe!“ „Tja, so schnell kanns gehen, aber das Thema hat sich ja nun auch erledigt. Du hängst noch ganz schön an ihr oder?“, fragte Kjell und Joker starrte nur ins Feuer. „Weißt du was das blöde ist? Ich hab sie nicht nur als Lebensgefährtin verloren, sondern auch noch als beste Freundin... und für Luca ist es auch beschissen... eigentlich dachte ich ich kann ihm die perfekte Familie geben. Aber naja... hat wohl nicht so hingehauen!“ „Also ihr macht das echt gut – der kleine Knirps gewöhnt sich schon dran. Besser so als zerstrittene Eltern!“ „... oder gar keine Eltern!“, fügte Joker hinzu und trank seinen Wein auf Ex aus. „Ich glaube wir sollten nach oben gehen... bei mir dreht sich jetzt schon alles, ich glaube ich habe morgen früh den Rausch meines Lebens!“
Die Party hatte die Stimmung bei den meisten tatsächlich ein wenig gehoben – um Aereens Zustand wurde allerdings weiterhin nur gemunkelt, denn Saira, Phönix und auch Estelle verloren kein Wort darüber wie es ihr ging. Tarlo hatte sich inzwischen ín den Tribe-Alltag eingelebt, allerdings vermied er den Kontakt zu den meisten Tribe-Mitgliedern und verbrachte die meiste Zeit in seinem Zimmer. „Ich habs ihm gesagt!“, erzählte Leylie bei einem Mädelsnachmittag mit Leo und Bonny. „Wem hast du was gesagt?“, fragte Bonny verwirrt. „Ich hab Simon gesagt dass sich Zoe und Joker getrennt haben!“ „Und was hat er dazu gesagt?“ „Er hat zuerst nach Luca gefragt... und dann hat er gesagt wenn Joker ein bisschen Abstand braucht kann er vorübergehend zu ihm ziehen!“, sagte Leylie und konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. „Na das hört sich ja mal so an als wäre er über Zoe hinweggekommen – das liegt wahrscheinlich an dir!“, sagte Bonny und Leylie zuckte nur mit den Schultern. „Leo hast du gar nichts dazu zu sagen?“, fragte Leylie ihre Freundin, die scheinbar gar nicht zugehört hatte. „Doch doch... um was geht’s denn?“, fragte sie verwirrt. „Sag mal tanzt mein nackter Bruder gerade vor deinem geistigen Auge? Oder an welche Ferkelei denkst du gerade?“, fragte Bonny lachend. „Ich bin ein ganz furchtbarer Mensch!“, sagte Leo und das schlechte Gewissen stand ihr ihm Gesicht geschrieben. „Oh wow, was hast du denn verbrochen?“, fragte Leylie überrascht. „Naja, eigentlich hab ich gar nichts gemacht... und genau das war das Problem... ich bin heute früh ins Wohnzimmer gegangen und scheinbar hat Phönix da gepennt, auf jeden Fall gings ihm scheinbar echt beschissen, ich glaub er hat sogar geweint und ich bin einfach wieder gegangen!“ „Wie du bist einfach gegangen? Hast du gar nichts gesagt?“, fragte Bonny überrascht und Leo schüttelte nur den Kopf. „Mein Gott, wie oft hat Leo sich wegen ihm die Augen ausgeheult... !“, sagte Leylie und Bonny verdrehte die Augen. „Also ich weiß ja nicht was mit Aereen los ist, aber scheinbar ist da echt was im argen... schaut euch blos mal Estelle an, sie ist noch dürrer als eh schon, sie kümmert sich ständig um Aereen. Deine Schwester und Phönix auch... du hättest wirklich was sagen sollen Leo!“ „Ich weiß!“, seufzte sie und sah Leylie fragend an. „Hat deine Schwester schon mal was über Aereen erzählt?“ „Nein, sie spricht nicht darüber... sie hat gesagt das hätten sie ihr versprochen... !“, sagte Leylie nachdenklich. „Ich glaub ich gehe jetzt zu Phönix gehen und mich entschuldigen... !“, verkündete Leo nachdem sie ein wenig gegrübelt hatte. „Brauchst du nicht – die Jungs sind Angeln. Das ist ihr neustes Hobby!“, sagte Bonny und Leylie und Leo sahen sie fragend an: „Ja, Chris hat mir gesagt sie gehen Angeln... vielleicht ist Angeln ein Synonym für irgenetwas anderes... aber ich hoffe jetzt mal sie meinten tatsächlich Angeln!“
„Also da unten sitzt schon jemand, vielleicht hat der Ahnung und wir fangen tatsächlich etwas!“, sagte Chris als er zusammen mit Phönix und Joker den halben See abgelaufen war. „Hey, sind hier noch drei Plätze frei?“, fragte Joker und der junge Mann grummelte nur missmutig. „Na also Jungs, hier her!“ „Und beißen sie an?“, fragte Joker doch der Fremde deutete nur auf einen leeren Eimer neben ihm. „Mir macht es schon jetzt keinen Spaß... was soll denn so toll am Angeln sein? Was ist denn mit euch los Jungs – früher wären wir einfach in eine Kneipe gegangen!“, beschwerte sich Phönix, doch Chris und Joker sahen ihn tadelnd an. „Anstatt in unserem Urlaub den ganzen Tag mit der kleinen Lily auf dem Hotelzimmer rumzurobben, hättest du lieber mit Angeln gehen sollen, dann wüsstest du wie therapeutisch das ist!“ „Ja ist klar – mit der kleinen Lily hat sichs eh ausgerobbt, sie hat mich gestern rausgeschmissen... !“, erzählte Phönix und Joker unterbracht die Vorbereitungen. „Was hast du denn angestellt!“ „Sie sagte, ich zitiere: 'Du kannst nicht immer nur bei mir antanzen, wenn du ein bisschen heile Welt brauchst!' Dabei hab ich sie nur gefragt ob ich bei ihr pennen kann...!“ „Wow, welch kreativer Anmachspruch!“, lachte Chris. „Aereen lag in meinem Bett okay, deswegen habe ich mir einen anderen Schlafplatz gesucht!“, rechtfertigte sich Phönix. „Hey das wird ja immer besser, kann ich bei dir pennen, in meinem Bett liegt meine Ex-Freundin! Hast du den Arsch offen?“, lachte Joker. „Ihr seid echt Penner. Aereen hat in ihrem Bett etwas verschüttet okey... soll sie auf dem Gang schlafen oder was?“, antwortet Phönix gereizt woraufhin sich der fremde lautstark räusperte. „Sorry, das war doch nicht ernst gemeint... was ist denn mit Aereen? Ihr schottet sie ja ab als hätte sie die Pest... du weißt schon dass wir helfen würden!“, erklärte Joker, doch Phönix schüttelte nur den Kopf. „Ist schon okey... wir kommen zurecht – es ist alles gut! Also bislang kann ich keinerlei therapeutische Wirkung feststellen, momentan nervt das Angeln nur!“, beschwerte sich Phönix worauf hin sich der Fremde wiederum räusperte und Phönix seinen Flachmann zuwarf, als er sich zu ihm umdrehte. „Der Kerl versteht was von Therapie, versteht ihr!“, sagte Phönix und trank einen Schluck, bevor er sich bedankte. „Wenn ihr ruhig wärt, würden wir vielleicht etwas fangen!“, sagte der fremde und ein leichtes Schmunzeln umspielte seine Lippen. Er stand auf und streckte sich. Erst jetzt sah man wie groß und durch trainiert er eigentlich war. „Wobei es vielleicht auch an der Stelle liegt, warum wir nichts fangen!“, sagte er nachdenklich und begann seine Angel einzupacken. „Also um ehrlich zu sein kennen wir uns mit dem Angeln gar nicht aus!“, gab Joker zu. „Hab ich mir schon fast gedacht. Ich bin übrigens Johnatan... dieses Mädchen, Aereen – ist sie krank?“, fragte er und Joker und Chris sahen Phönix fragend an. „Ja... so ähnlich... !“, sagte Phönix nur und Johnatan überlegte kurz. „Vielleicht kann ich helfen – ich hab eine Ausbildung zum Sanitäter angefangen.. ich versuche gerne zu helfen!“, bot er an und Phönix sah ihn hoffnungsvoll an: „Einen Versuch ist es auf alle Fälle Wert!“
„Hey bevor wir mit dem Essen beginnen, möchten wir euch Johnatan vorstellen! Er wird vorübergehend hier bei uns wohnen!“, verkündete Phönix und Johnatan nickte nur neutral. „Scheint ja ein richtig herzlicher Typ zu sein!“, flüsterte Lily Mary kichernd zu. „Er hat eine Ausbildung zum Sanitäter begonnen und ist bestimmt eine Bereicherung für unseren Tribe!“, ergänzte Joker. „Dr. McDreamy!“, kicherte Noemi und Hannah gab ihr einen liebevollen Stoß in die Rippen. Natürlich hatten sich die Mädels des Tribes sofort ein Bild über den gut gebauten jungen Mann gemacht. „So jetzt aber genug vom offiziellen Teil – Essen ist fertig!“, sagte Elmedina und stellte den dampfenden Topf auf den Tisch. Nachdem alle fertig waren und die ersten gehen wollten, hinderte sie Sam daran. „Ähm, könnt ihr bitte noch warten? Wir haben etwas zuverkünden!“, sagte er und Estelle setzte sich missmutig - eigentlich wollte sie Aereen etwas zu Essen bringen. Nach einer gefühlten Ewigkeit waren endlich alle fertig mit dem Essen und Sam ergriff wiederum das Wort. „Es ist jetzt schon eine Weile her seitdem Lisa und ich zum Tribe gestoßen sind – wir haben uns hier verlobt, geheiratet und unsere kleine Larissa hat die ersten Monate ihres Lebens hier verbracht... es war eine tolle Zeit, aber Lisa und ich haben uns entschieden, in mein Elternhaus zu ziehen!“, sagte Sam und die meisten sahen sie überrascht an. „Ja ich weiß das kommt etwas spontan und wir werden euch ganz sicher besuchen.. aber wir wollen einfach ein wenig ruhiger Leben und unser Familienleben genießen!“ „Und ich werde sie begleiten!“, sagte Stella und lächelte Lisa dabei an. „Ich kann ja meine beste Freundin und mein Patenkind nicht einfach davonziehen lassen!“ „Wann wollt ihr denn gehen?“, fragte Alex betrübt. „Wir haben keine Eile – wir dachte dass wir an Halloween nocheinmal unseren Abschied feiern!“, sagte Lisa und die anderen atmeten erleichtert auf – bis dahin hatten sich noch ein wenig Zeit sich von den beiden zu verabschieden, obwohl es ihnen sicher schwerfallen würde...
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